Carl Peters (1856-1918)

Carl Peters wurde in Neuhaus an der Elbe als Pfarrerssohn geboren. Er sah sich berufen, durch seinen aktiven Beitrag zur Gründung deutscher Kolonen beizutragen. 1884 machte er sich mit seiner neu gegründeten „Gesellschaft für deutsche Kolonisation“ und einigen Gleichgesinnten auf nach Ostafrika, das für die Gründung einer Kolonie geeignet schien. Er besetzte Land, schloß Verträge mit Einheimischen ab und erreichte, dass die von ihm besetzten Gebiete 1885 als deutsche Kolonie anerkannt und unter den Schutz des Kaiserreichs gestellt wurden. Es gelang ihm auch, Geldgeber für die Gründung einer Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft (DOAG) als Aktiengesellschaft zu finden. Die DOAG dehnte ihre Gebietsansprüche an der Küste Ostafrikas aus, war aber dem lokalen Widerstand nicht gewachsen. 1890 übernahm das Kaiserreich die Verwaltung und weitere militärische Eroberung „Deutsch-Ostafrikas“. Peters wurde als Reichskommissar im Grenzgebiet am Kilimanjaro eingesetzt. Nachdem Berichte über seine Grausamkeit und Willkür gegenüber der einheimischen Bevölkerung nach Deutschland gelangt waren, wurde er unehrenhaft entlassen. In der NS-Zeit wurde Peters als heldenhafter Kolonialpionier gefeiert. 

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