Umbenennungen in Deutschland

Straßen wurden in der deutschen Geschichte aus unterschiedlichen Gründen umbenannt. Im 19. Jahrhundert erhielten viele Straßen neue Namen, weil viel gebaut und umgenutzt wurde. Straßennamen werden seitdem auch zur Erinnerung an als bedeutsam erachtete Personen und Ereignisse eingesetzt.

Nach 1945 wurden die Namen der Verantwortlichen für das NS-Regime ersetzt. Seit einigen Jahren gibt es auch Umbenennungen von Straßen, die an Verantwortliche für Kolonialgräuel erinnern.

Ein paar Beispiele: In Stuttgart wurde bereits 1946 eine „Lüderitz“straße in „Heidelbeerstraße“ umbenannt. An vielen Orten wurde Karl Peters von Straßennamen getilgt. In München wurde 2006 ein „Von-Trotha“-Straße in Hererostraße umbenannt. 2010 wurde das „Gröben“ufer in Berlin in May-Ayim-Ufer umbenannt.

Seit 2022 werden an mehreren Orten Deutschlands afrikanische Widerstandskämpfer:innen und Politikerinnen mit Straßennamen geehrt. Seit Mai dieses Jahres trägt die frühere Wissmannstraße in Berlin-Neukölln den Namen von Lucy Lameck, „einer tansanischen Politikerin, die sich für Frauenrechte und für die panafrikanische Idee eingesetzt hat“. Seit Anfang Dezember heißt die ehemalige „Lüderitz“straße in Berlin-Wedding Cornelius-Fredericks-Straße. Fredericks war Widerstandskämpfer gegen die deutsche Kolonialherrschaft im heutigen Namibia. Der dortige bisherige „Nachtigal“platz heißt jetzt Manga-Bell-Platz, nach dem kamerunischen Widerstandskämpfer. Nach Rudolf Duala Manga Bell wurden in Aalen und in Ulm Plätze benannt.