Die Lanz-Dynastie in Mannheim – Legende und Wirklichkeit

„Wir wollen wohltun“, soll der Fabrikant Heinrich Lanz auf seinem Sterbebett gesagt haben. Ganz in diesem Sinn wird sein Andenken und das seiner Familie in Mannheim gepflegt. Die Mannheimer Tageszeitung Generalanzeiger berichtet 1910: „Heinrich Lanz ist ein Führer gewesen“ …der „sein ganzes Leben und Wirken aus dem einen Gesichtspunkt heraus ansah, mitzuwirken an dem allgemeinen Gedeihen seines Vaterlandes.“ In einer Veröffentlichung von 2024 lesen wir: „Heinrich Lanz bot seinen Beschäftigten zahlreiche soziale Maßnahmen an und war damit vorbildlich in seiner Zeit.“ (Ulrich Nieß, Heidrun Pimpl: „Die größte Industriefirma der Stadt“ in Geschichte Mannheims in 100 Objekten, 2024) Ein Denkmal und ein Mausoleum, die prächtige Villa in der Oststadt und das noch bestehende Traktorenwerk (heute John Deere) auf dem Lindenhof bezeugen die herausragende Rolle der Familie Lanz. Wir wollen es genauer wissen. Wie kam der sagenhafte Reichtum der Familien zustande? Wie sah die Realität in Mannheims Vorzeigefirma aus? Wie selbstlos waren Stiftungen und Sozialleistungen der Firma Lanz?

Ein paar Fakten: Heinrich Lanz übernahm 1859 das Transport- und Handelsunternehmen seines Vaters Johannes Peter Lanz in Mannheim, das u. a. am Import von Guano-Dünger verdiente. Derart zu Geld gekommen wurde er zum bedeutendsten Fabrikanten landwirtschaftlicher Maschinen in Europa. Nach Heinrich Lanz’ Tod 1905 führten seine Frau Julia Lanz und ihr Sohn Karl das Unternehmen Heinrich-Lanz weiter. Julia Lanz wurde Ehrenbürgerin in Mannheim, nachdem sie der Stadt eine Million Mark (heute ca 8,20 Mio Euro) für die städtische Handelshochschule (seit 1967 Universität Mannheim) vermacht hatte. Weitere vier Millionen Mark (ca 28 Mio Euro) investierte sie in den Bau des Heinrich Lanz Krankenhauses.

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Bild: Das Palais Lanz in der Mannheimer Oststadt (MARCHIVUM)