Geschichte vor dem Eindringen der deutschen Kolonialmacht
Die Grenzen des Staates Tansania bestanden lange vor der kolonialen Eroberung und der geografischen Aufteilung durch die Kolonialmächte: der Victoria-See im Norden, im Westen der Tanganyika-See und der Nyasa-See, der Fluss Ruvuma im Süden sowie der Indische Ozean im Osten begrenzten die Landfläche auf natürliche Weise. Die Region hat eine lange Geschichte: in der Mitte der Serengeti im Norden des Landes wurden die Überreste von fast zwei Millionen Jahre alten Vorfahren des Menschen und altsteinzeitliche Werkzeuge gefunden. Angehörige von vier großen afrikanischen Sprachfamilien und Produktionsweisen leben dort bis heute, Jäger, Sammler, Hirten und Ackerbauern. Nomaden wie die Maasai kamen aus dem Norden in das Land, die bantusprechenden Ackerbauern aus dem Süden und Westen nach Ostafrika. Durch Wanderungsbewegungen und Suche nach Land gab es immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Völkern, wodurch sich die militärische Organisation vieler Völker verstärkte und die Hierarchien innerhalb der sozialen Organisation zunahmen. Aus Ostafrika stammende Völker brachten Gewehre und Kenntnisse der Metall- und Salzgewinnung mit. Durch lokalen Handel stiegen einige Anführer zu lokalen Machthabern auf, die im Maji-Maji-Krieg eine wichtige Rolle spielten.
Eine andere Vorbedingung des Maji-Krieges bildete das Erstarken der Handelsbeziehungen der Völker Tansanias mit der Insel Sansibar, die seit dem 18. Jahrhundert zum Sultanat von Oman gehörte und durch Anbau der „Gewürznelke“ eine Phase wirtschaftlicher Blüte erlebte. Sansibar hatte auch einen großen politischen Einfluss auf die ostafrikanische Küste und die dort angesiedelten Städte, denn alle Verwaltungsbeamten benötigten die Anerkennung des Sultans. Die Vorherrschaft des Sultanats machte sich auch dadurch bemerkbar, dass die ausgeführten Güter über Sansibar versteuert werden mussten
Seit 2000 Jahren waren Sansibar und die Küstenstädte mit dem Inneren des Landes in das große Handelsnetz des Indischen Ozeans eingebunden. Dadurch florierte die Wirtschaft, auf dem Weltmarkt nachgefragte Waren wie Gold, Elfenbein, Tabak, Kautschuk, Bienenwachs und Gewürze wurden mit Gewinnen exportiert
Die ältesten Karawanenrouten Tansanias verbanden die Stadt Kilwa an der Ostküste mit der Gegend des Nyasa-Sees im Südwesten, sie führten durch Regionen, in denen später der Maji-Maji-Krieg stattfand. Die Karawanen mussten mit Lebensmitteln versorgt werden, sodass sich im 19. Jahrhundert ganze Regionen im Süden Tansanias auf Nahrungsmittelproduktion für die durchziehenden Karawanen spezialisierten. Die Ausweitung der Handelswege führte zur Vernetzung vieler Gebiete und unterschiedlicher Völker mit verschiedenen Sprachen, sodass es im Maji-Maji-Krieg zu einer großen Koalition von einheimischen Völkern kommen konnte.
Weitere Faktoren spielten für den Maji-Maji-Krieg eine wichtige Rolle. Neben Elfenbein waren Sklaven im 19. Jahrhindert das wichtigste Exportprodukt. Durch politischen Druck Großbritanniens kam der westafrikanische Sklavenhandel langsam zum Erliegen, was zur Ausweitung des ostafrikanischen Sklavenhandels führte. Sklavenhändler waren wegen ihres oft grausamen Vorgehens verhasst. Sie überfielen Dörfer, mordeten Greise und Gebrechliche und raubten Männer, Frauen und Kinder als Waren für Arabien, Persien, Indien oder die französischen Kolonien. Auch auf Sansibar stieg die Nachfrage nach Sklaven auf den Gewürznelken-Plantagen. Opfer der auf Sklaven beruhenden Wirtschaft waren Angehörige der Völker des Hinterlandes in Tansania, was zu einer Destabilisierung der Region beitrug. 1873 wurde der Verkauf von Sklaven von und nach Sansibar zwar verboten, die Sklavenjagd ging jedoch unvermindert innerhalb Afrikas weiter. Denn zwar wurde der Handel mit Sklaven verboten, auf Sklavenarbeit und Zwangsarbeit beruhende Plantagenwirtschaft dagegen florierte weiterhin.
Als die Deutschen ab 1884 in das Gebiet des heutigen Tansania eindrangen, trafen sie auf eine Gesellschaft, die zum Teil durch wirtschaftlichen Wohlstand aber auch durch vorangegangene soziale und ökonomische Krisen gekennzeichnet war. Die Deutschen wussten weder von den Zusammenhängen des Sklavenhandels und der Furcht vor Sklavenhändlern, noch von den Unterschieden zwischen Küsten- und Landbevölkerung und den unterschiedlichen Produktionsweisen. Sie waren schlicht ignorant in Bezug auf das Land, das sie antrafen. In Ostafrika wollten sie vorhandene Rohstoffe exportieren, Plantagen anlegen, und Lebensraum für deutsche Siedler gewinnen. Letzteres wurde teilweise skeptisch beurteilt. Einerseits galt der feucht-tropische Malariagürtel als wenig tauglich für eine Einwanderung, andererseits wurden die Höhenlagen um den Kilimajaro, das Usambara- und Meru-Gebirge als Erholungsgebiete geschätzt. So erreichte die Lobby für Siedlerkolonien, dass Deutsch-Ostafrika sich zur sogenannten Mischkolonie entwickelte, also in eine Mischung von Siedlerkolonie, Handels- und Plantagenkolonie.
Erziehung zur Arbeit – rassistischer Diskurs über Deutsch-Ostafrika
Die Deutsche Kolonialmacht sah ihre besondere Mission darin, die Bevölkerung der neuen Kolonie zum „Arbeiten zu erziehen“. Die Einheimischen weigerten sich von Beginn an, an der Kolonisierung mitzuwirken. Der Aufbau von Infrastuktur und Plantagen war nur mit einer großen Anzahl von Arbeitskräften möglich. Da die Einheimischen nicht freiwillig dazu bereit waren, wurden Methoden des Arbeitszwangs angewandt. Im Sinne der in Deutschland grassierenden rassistischen Ideologie wurde das in „Faulheit“ und Unfähigkeit zu zivilisierter Arbeit von Afrikanerinnen uminterpretiert. Widerstand, Rebellion sowie Desertion wurden von der Kolonialmacht mit brutalen „Strafexpeditionen“ beantwortet.
Währenddessen wurde in Deutschland breit diskutiert, welche deutschen Bevölkerungsschichten sich für eine Auswanderung nach Deutsch-Ostafrika eignen würden. Weiße Arbeiterinnen ohne Handwerksberuf oder landwirtschaftlichem Know-how wurden als ungeeignet angesehen, ebenso Siedler ohne Kapital. Zukünftige Siedler sollten keinen proletarischen, sondern gutbürgerlichen Hintergrund mitbringen, um die Herrschaftsverhältnisse der Weißen über die Afrikanerinnen nicht in Frage zu stellen.
Das Problem des Arbeitskräftemangels versuchte die Deutsch-Ostafrikanische Plantagen- Gesellschaft eine Zeit lang mit der Migration von Arbeiter*innen aus Ostasien zu kompensieren. Sie hoffte, dass die chinesischen Arbeitskräfte sich durch Fleiß auszeichnen und mit tropischen Kulturen vertraut die Plantagen ökonomisch ertragreich bewirtschaften würden. Mehrere hundert Kontraktarbeiter wurden in Singapur angeworben und zwischen 1892 und 1896 auf Tee -und Tabakplantagen eingesetzt.
Hintergründe des Maji-Maji-Kriegs
Das Gebiet, in dem zwischen 1905 und 1907 der Maji-Maji-Krieg ausgetragen wurde, erstreckt sich über den gesamten südlichen Teil des heutigen Staates Tansania.
Bis heute weiß man in Deutschland wenig über diesen Kolonialkrieg, der zwei Jahre in der ehemaligen deutschen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ andauerte und bis heute Spuren hinterlassen hat. Es kann vermutet werden, dass auch wegen der geringen Zahl an Todesopfern auf deutscher Seite (15 Soldaten) die Erinnerung an diesen blutigen Krieg in Deutschland nicht stattfand. Aufgrund kolonialer Überheblichkeit sprach man nur von „Maji-Maji-Aufstand“, denn ein Krieg, der aus Sicht der Europäer ausgefeilte Strategien und organisierte Armeen auf Seiten der Kolonialisierten voraussetzte, wurde schlicht geleugnet. Um die Wucht des Aufstandes und die Ausdauer der einheimischen Bevölkerung trotz großer Verluste im Maji-Maji-Krieg zu erklären, werden die Ursachen und Motive, die zum Krieg führten, im Folgenden beleuchtet.
Ab 1898 hatten die Einheimischen an den Kommunalverband die sogenannte „Hüttensteuer“ zu zahlen, die auch als Arbeitsleistung abgegolten werden konnte. Damit wollte die deutsche Kolonialmacht die Menschen in Arbeit für die Deutschen zwingen, insbesondere dem Arbeitskräftemangel auf den Plantagen begegnen und vor allem die Machtfrage für sich klären. . Gegen die Besteuerung leisteten diejenigen afrikanischen Völker besonders hartnäckig Widerstand, die später im Maji-Maji-Krieg eine große Rolle spielten. Steuerverweigerung wurde von den Deutschen Kolonialherren hart geahndet. Zur Steuereintreibung wurden in Ostafrika afrikanische Söldner, sog. „Askari“ beauftragt. Missionare berichteten, dass bei Nichtbezahlung der Steuern Einheimische an den Folgen des Auspeitschens mit der Nilpferdpeitsche starben oder von Askari erschossen wurden. Bezahlte ein Clanführer die Steuer nicht, wurden oft die Frauen des Clans vergewaltigt, fliehende Männer erschossen oder zur Zwangsarbeit verpflichtet.
Sklavenarbeit und auf unfreier Arbeit beruhende Arbeitsleistung war in privaten Wirtschaftszweigen offiziell verboten, kam jedoch dort besonders häufig vor. Die Deutschen führten ein sog. Aufgabensystem ein, d.h. erst nach Erledigung einer bestimmten Aufgabe wie das Jäten eines Feldes erfolgte die Bezahlung. Diejenigen, die die Aufgabe nicht erledigten, wurden ausgepeitscht oder für sechs Monate ins Gefängnis geworfen. Beim Einsatz auf den Plantagen waren die Arbeiter*innen oft einer Kombination aus Brutalität, physischer Überbeanspruchung und fehlender medizinischer Versorgung ausgesetzt.
Mehrere Jahre hindurch konnten die Steuern auch in Naturalien bezahlt werden, zum Beispiel mit Rindern, was zur weiteren Verarmung der Bevölkerung führte. Zur drastischsten Erhöhung des Steuerdrucks kam es 1905, kurz vor Ausbruch des Maji-Maji-Krieges. Die deutsche Regierung bestand ab diesem Zeitpunkt auf Bezahlung in Bargeld, was für die meisten Einheimischen nicht möglich war. Offensichtlich wollten die Kolonisatoren mit diesen Maßnahmen die Menschen zur Plantagenarbeit zwingen.
Ein weiterer Grund für den Beginn des Krieges war die zunehmende Landenteignung. Die deutschen Plantagenbesitzer besetzten immer größere Flächen, anfangs um Kaffee und Baumwolle in großem Stil anzubauen, scheiterten damit aber mangels Erfahrung mit der lokalen Landwirtschaft. Allein der Anbau von Sisal, einer für die ökologischen Bedingungen tauglichen Agave-Pflanze, brachte Gewinn ein. Sisalfasern wurden in Übersee vor allem für Teppiche und Seilerwaren verwendet und werden bis heute nachgefragt.
Kautschuk war mit Abstand das wichtigste und wertvollste Handelsprodukt Deutsch-Ostafrikas. Entlang der Südküste wurde Wildkautschuk aus dem Urwald gesammelt. Die große Nachfrage führte zu Raubbau und vielfach zur Verwüstung vieler Kautschukwälder. Produktion und Handel verlagerten sich deshalb zunehmend auf andere Regionen weiter nördlich. Was wiederum zu einem massiven Einbruch des Geschäfts mit Kautschuk in den südlichen Regionen Deutsch-Ostafrikas führte und eine Marginalisierung dieser Gegend zur Folge hatte, die bis heute anhält. Damit starben viele Hoffnungen der Einheimischen, die mit der Aussicht auf den Handel mit europäischen Märkten verknüpft waren.
Fazit: Militärische Eroberung, Steuereinzug, Zwangs- und Sklavenarbeit, Landenteignung, Bodenverwüstung und Hungersnöte, Handelseinbußen und grausame Brutalität der deutschen Besatzer und ihrer Handlanger waren für die meisten der einheimischen afrikanischen Völker genug Gründe, um sich gegen die Kolonial-Besatzer zu erheben.
Der Verlauf des Krieges
Der Maji-Maji- Krieg war die erste antikoloniale Erhebung in Afrika, bei der sich viele unterschiedliche Völker gemeinsam gegen die Kolonialherrschaft zur Wehr setzten. Sie verband der Glaube an die Macht des übernatürlichen Mediums Maji, mit dessen Hilfe sie in die Lage versetzt würden, die Deutschen zu besiegen. Mit der Maji-Maji-Botschaft waren auch moralische Vorschriften verbunden: Sexuelle Enthaltsamkeit wurde gefordert, Hexerei und einige Speisen waren verboten, auch durften Maji-Maji-Krieger nicht plündern.
„Maji“
Wie ein Lauffeuer verbreitete sich um 1905 die Nachricht in Ostafrika, dass eine Medizin gefunden sei, mit der die Deutschen besiegt werden könnten – dieses Mittel wurde Maji genannt. Maji bedeutet in der Sprache Swahili Wasser. Die Grundlage der Medizin war tatsächlich Wasser, das durch die Heiler der Maji-Maji-Bewegung in eine Kriegsmedizin verwandelt werden sollte. Durch den Bekanntheitsgrad der Heiler und deren große Mobilität wurde die Kunde von der Wunder-Heilwaffe Maji in viele Regionen der Kolonie getragen. Zeitzeugen erinnern sich an einen besonderen Heiler, der der Prophet der Maji-Botschaft gewesen sein soll. Nach dem verlorenen Krieg wurde dieser bekannte Heiler als Betrüger hingestellt, das änderte sich jedoch mit der nationalen Unabhängigkeitsbewegung. Julius Nyerere, der erste Präsident von Tansania, bezog sich explizit auf den Maji-Maji-Krieg als Beginn des Befreiungskampfes. Bis heute stellen Heiler ein Teil des ostafrikanischen Gesundheitssystems dar.
Im Krieg standen Pfeile, Speere und ausgediente Gewehre den modernen Maschinen –und Repetiergewehren der Deutschen gegenüber. In der offenen Feldschlacht waren die Folgen für die Einheimischen verheerend, denn trotz des Wundermittels waren die Maji-Krieger schutzlos den Gewehrsalven ausgeliefert und wurden schon beim ersten Angriff auf eine deutsche Festung zu hunderten getötet. Kommandant von Hassel schrieb in sein Tagebuch: „Ganze Reihen, ja Berge von Toten konnte ich durch mein Glas auf allen Kampfplätzen erkennen.“
Nach der Niederlage auf offener Feldschlacht konzentrierten sich die Maji-Krieger auf Methoden des Guerilla-Kampfes. Die Eingeborenen nutzten ihre Kenntnisse des Geländes und überfielen die deutschen Truppen wenn möglich aus dem Hinterhalt. Das Kampfgebiet erstreckte sich über eine Fläche nicht viel kleiner als die Bundesrepublik Deutschland. Zeitweise waren über 20 ethnische Gruppen am Guerillakrieg beteiligt; auch Volksgruppen, die zuvor den Schutz der deutschen Truppen gegen benachbarte Völker angefordert hatten, kämpften nun mit Beharrlichkeit gegen die Kolonialmacht.
Jedoch gelang es trotz Zusammenziehen großer Verbände und dem gleichzeitigen Angreifen von mehreren Seiten letztendlich nicht, dem Maschinengewehrfeuer der Deutschen zu entgehen. Ein wichtiger Grund für die Niederlage war außerdem, dass größere Nachbarvölker sich dem Krieg aus unterschiedlichen Gründen nicht anschlossen. Sei es, dass sie bereits früher Erfahrungen mit vergeblichen Auseinandersetzungen mit den Deutschen gemacht hatten, sei es, dass sie mit Völkern, die im Krieg standen, eine langjährige Feindschaft hegten.
Strategie der verbrannten Erde
Die deutschen Offiziere fühlten sich weit weg von der Hauptstadt Daressalam außerhalb jeder Kontrolle und ließen ihrer Brutalität auch während des Krieges freien Lauf. Die Repressionen der „Schutztruppe“ beschränkten sich nicht auf die Vernichtung von landwirtschaftlich genutzten Flächen und Wohnstätten, sondern sie erzeugten eine existentielle Unsicherheit. Vieh wurde entwendet, die Nahrungsmittelproduktion unterbunden und willkürlich Strafen verhängt. Die soziale Struktur wurde während des Krieges an vielen Orten zerrüttet und führte auch nach dem Krieg u.a. zu einer hohen Kindersterblichkeit.
1908 brach der Widerstand zusammen. Grund war nicht allein die Waffenüberlegenheit der Deutschen, sondern letztlich die Taktik der Kolonialisten, mit der systematischen Zerstörung von Feldern und Vorräten die afrikanischen Truppen und ihre Unterstützer*innen in den Dörfern auszuhungern.
Die Bedingungen der Kapitulation waren: Auslieferung aller Anführer, für die der Strang vorgesehen war sowie Abgabe aller Waffen und Zahlung von Strafgeldern, deren Höhe von den Offizieren nach Gutdünken festgelegt wurde. Dort, wo kein Geld vorhanden war, wurde Zwangsarbeit angeordnet.
Weit mehr als durch die Kampfhandlungen wurden die Völker durch eine große Hungersnot dezimiert, die fast das ganze Land erfasste. Missionare berichteten 1908 von einer gespenstischen Stimmung, die von Angst und existentieller Not geprägt war. Erst vor dem Ersten Weltkrieg waren die Lebensgrundlagen wieder einigermaßen gesichert.
Amtliche Jahresberichte vermerken 75 000 – 100 000 ostafrikanische Kriegsopfer. Dagegen ging der tansanische Historiker Gilbert Gwassa auch aufgrund von Interviews davon aus, dass zwischen 250 000 und 300 000 afrikanischen Menschen – also ein Drittel der damaligen Gesamtbevölkerung – durch den Maji-Maji-Krieg ums Leben kamen.
Auf Seiten der Kolonialmacht wurde registriert, dass 15 deutsche Soldaten und mehr als 1000 afrikanische Soldaten starben, darunter 66 Askari und viele angeheuerte „Hilfskrieger“.
Literatur:
Kurt Büttner: Die Anfänge der Deutschen Kolonialpolitik in Ostafrika, Akademie-Verlag-Berlin 1959
Bernhard Gißibl und Katharina Niederau: Imperiale Weltläufigkeit und ihre Inszenierungen, Vandehoeck & Ruprecht 2021. Hier besonders Katharina Niederau: Akteur und Chronist kolonialer Gewalt – Theodor Bumillers Expeditionstagebücher aus Ostafrika
Felicitas Becker, Jigal Beez: Der Maji-Maji-Krieg in Deutsch-Ostafrika 1905-1907, Christoph Links Verlag 2005
Minu Haschemi Yekani: Inder und Chinesen werden unsere Kolonie nicht in die Höhe bringen, aus: Deutsche Arbeit, Kritische Perspektiven auf ein ideologisches Selbstbild, Hg. Felix Akster und Nikolas Lelle, Wallstein Verlag 2018
Heiko Wegmann: Vom Kolonialkrieg in Deutsch-Ostafrika zur Kolonialbewegung in Freiburg, rombach verlag 2019
Autorin: Anna Barbara Dell
