Der riesige Kontinent Afrika sollte Europa und den USA gehören. Nur über die Vorgehensweise wollten sich die Kolonialmächte verständigen. Am 15.11.1884 lud Bismarck 13 weitere Staaten, die als relevante Weltmächte galten, nach Berlin zu einer Afrikakonferenz ein. Mit der Konferenz brachte Deutschland sich als Kolonialmacht ins Spiel. Alle Teilnehmenden waren sich einig, dass die Bewohner*innen Afrikas keine Rolle spielen sollten und dass ihnen mit Gewalt begegnet werden durfte. Um dem Zugriff auf Afrika einen humanen Schein zu verleihen, sprachen sie von freiem Handel, den Segnungen der Zivilisation und der Bekämpfung des Sklavenhandels. In den darauf folgenden Jahrzehnten wetteiferten die beteiligten Kolonialmächte darin, Afrikaner*innen zu unterwerfen und zu entmenschlichen, ihre Reichtümer zu plündern, ihr Land in Besitz zu nehmen und sie zu untergeordneter Arbeit zu zwingen. Deutschland begann 1884, Togo, Kamerun sowie Teile Südwestafrikas und Ostafrikas zu deutschen Kolonien zu machen.
In Deutschland setzte das Bürgertum große Hoffnungen in die Gründung deutscher Kolonien. Mannheim war eine der ersten Städte, wo sich die Kolonialbewegung firmierte. 1882 fanden sich mehr als 200 Mannheimer Kaufleute, Industrielle und Bankiers unter dem Vorsitz des Handelskammerpräsidenten Philipp Diffené zusammen, um die deutschlandweit erste Sektion des Deutschen Kolonialvereins (später Deutsche Kolonialgesellschaft) zu gründen. Dessen Ziel war, die Gründung deutscher Kolonien mit „Handelsstationen“ und „größeren Unternehmungen“ voranzutreiben.
