Pflanzenfette aus Kolonien – Rohstoffe der Mannheimer Industrie

Das Öl und die Kerne der Palmölfrüchte sowie Kopra – das Innere getrockneter Kokosnüsse – füllten die Schiffe der großen Reedereien, die regelmäßig Waren aus Westafrika und von den Inseln Ozeaniens nach Europa brachten. Die Pflanzenfette, die über den Rhein herbeigeschafft werden konnten, waren preisgünstige Alternativen zu Raps, Butter und Rindertalg. Ihr niedriger Preis kam zustande, weil kolonialisierte Menschen sie unter Zwang oder gegen geringste Bezahlung bereitstellten.

Große Mannheimer Firmen verarbeiteten koloniale Pflanzenfette – von der Ölmühle bis zur Sunlicht-Seifenfabrik. Europäische Firmen kontrollierten bald ein Wirtschaftsnetz bis hinein in den Rohstoffanbau – die Menschen in den Anbauländern durften nur liefern. Der Konkurrenzkampf führte zu Fusionen und Übernahmen, bis sich Rama, Sanella, Palmin und die Lux-Seife alle unter dem Dach von Unilever wiederfanden.

Vortrag von Kornelia Junge

Donnerstag 16.07.26 19 Uhr Abendakademie U1,16-19

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