Vorgeschichte:
1884 machte sich der der Deutsche Kolonisator Carl Peters mit seiner neu gegründeten „Gesellschaft für deutsche Kolonisation“ und einigen Gleichgesinnten auf nach Ostafrika (siehe http://www.kolonialgeschichtema.com unter der Rubrik „Täter“ Carl Peters). Er besetzte Land ohne die Rückendeckung des Deutschen Reiches und schloss unlautere Verträge mit Einheimischen ab. Erst 1885 erreichte er, dass die von ihm widerrechtlich besetzten Gebiete als deutsche Kolonie anerkannt und unter den „Schutz“ des Kaiserreichs gestellt wurden (durch sogenannte „Schutzverträge“). Es gelang ihm auch, Geldgeber für die Gründung einer Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft (DOAG) als Aktiengesellschaft zu finden. Gegen die Besetzung des Landes, das brutale Auftreten der Deutschen und wegen der „Schutzverträge“ kam es ab 1888 zu einem Aufstand der Küstenbevölkerung, in Deutschland „Araberaufstand“ genannt. Vertreter der Deutschen-Ostafrika-Gesellschaft wurden überfallen und einige getötet.
Unter dem Vorwand der Unterbindung des Sklavenhandels, der großenteils in arabischer Hand war, ernannte der deutsche Reichskanzler Bismarck 1889 Hermann Wissmann zum „Reichskommissar“. Ziel war es, den „Araberaufstand“ niederzuschlagen und vor allem der Konkurrenz der Kolonialmacht Großbritannien in diesem Teil Afrikas zuvorzukommen. Wissmann stellte eine Söldnertruppe zusammen und kam dem Auftrag mit überlegenen Waffen und rücksichtsloser Grausamkeit nach. 1890 übernahm die deutsche Kolonialverwaltung die eingenommenen Stützpunkte.
Die deutschen Kolonialisten waren wegen ihres besonders brutalen Vorgehens berüchtigt. Ihr „zivilisatorischer Fortschritt“ bestand in Prügelstrafe und Sklavenarbeit, hinzu kam das gewaltsame Eintreiben von hohen Steuern, die Beschlagnahmung von Vieh und Zerstörung der Felder als Nahrungsgrundlage der Afrikaner*innen.
Der Maji-Maji-Krieg
1905 begann einer der größten Kolonialkriege in Afrika, der Maji-Maji-Krieg, der bis heute in Deutschland wenig bekannt ist. Die einheimische Bevölkerung Deutsch-Ostafrikas erhob sich gegen die Besatzer. Bis 1907 tobte der erbitterte Krieg, bei dem 300 000 Einheimische starben, jedoch nur 15 Europäer sowie 390 Söldner. Eine aus Wasser bestehende Kriegsmedizin, in Swahili „Maji“ genannt, sollte die afrikanischen Krieger unverwundbar machen. „Maji“ vereinte unterschiedliche ethnische Gruppen zum Krieg gegen die Deutsche Kolonialmacht. Zugleich konnte der „Maji“-Kult den übermächtigen Gewehrsalven nicht standhalten. Die mit neuesten Feuerwaffen ausgerüsteten deutschen Truppen brachten den einheimischen Soldaten eine verheerende Niederlage bei. Hinzu kam eine große Hungersnot durch die koloniale Politik der verbrannten Erde.
