Überfällig: Ehrung von Theodor Seitz beenden!

An seinem Geburtshaus neben der Brücke in Mannheim-Seckenheim wird Theodor Seitz, der hochrangige Vertreter des deutschen Kolonialismus, immer noch mit einer Plakette geehrt. Informationen über die Grausamkeiten, die unter seiner Herrschaft gegen die Menschen in Kamerun und Namibia verübt wurden, fehlen an diesem Ort nach wie vor.

Über viele Jahrzehnte wurde mit viel Schönfärberei und Lügen daran gearbeitet, Seitz als „guten Kolonialisten“ zu profilieren. 1962, als die Stadt unter Anwesenheit von Oberbürgermeister Reschke die Plakette anbrachte, trug der Stadtamtmann Albert Erny vor, Seitz habe besondere Wertschätzung verdient, weil „dessen soziale und wirtschaftliche Taten in den ehemaligen deutschen Kolonien weitab von dem berüchtigten Kolonialismus gelegen hätten“, so der Bericht des „Neckarbote“. Ein Festwagen präsentierte Seitz als Sklavenbefreier.

Diese Falschinformationen korrigierten das MARCHIVUM und AK Kolonialgeschichte in einer Informationsveranstaltung im Stadtteil im April 2023, die auf Initiative der Seckenheimer Bezirksbeiräte zustandegekommen war. Seitdem warten wir darauf, dass die Plakette durch eine Informationstafel ersetzt wird. Oberbürgermeister Specht und Kulturbürgermeister Riehle sind in der Pflicht, die Umsetzung endlich in die Wege zu leiten.

Beitragsbild: Die ehrende Plakette zum Zeitpunkt der Anbringung. Foto: Heimatmusseum Seckenheim

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