Er liegt im Depot der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen. Laut Inventarliste handelt es sich um den „Leopardenthron aus Bamum“. Zwischen 1907 und 1910 soll ihn der damalige Gouverneur der deutschen Kolonie Kamerun Theodor Seitz nach Mannheim gebracht haben. Der aus Seckenheim stammende Seitz nutzte zweifellos seine Herrschaft über Kamerun, um sich wertvolle Kulturschätze aus dem Königreich Bamum anzueignen. Der König von Bamum hatte bereits in den Jahren davor erlebt, welche Gewalt die deutschen Truppen benachbarten Volksgruppen angetan hatten. Um seine Leute davor zu bewahren hatte er sich den Deutschen unterworfen. Der Gouverneur zwang ihn, Symbole des Ruhms und Stolzes und der „Seele“ des Königreichs herzugeben.
Die Kolonialherrschaft bekämpfte und beschädigte die Kulturen, Religionen und die Lebensweise der indigenen Gemeinschaften in Kamerun nachhaltig. Umso wichtiger ist es heute, die geraubten Kulturgüter zurückzubringen. Den Nachfahren dienen sie als Bezugspunkte zur eigenen Geschichte und Identität. Der „Leopardenthron“ ist eines der während der deutschen Kolonialzeit aus Kamerun verschleppten 1.789 Kulturgüter, die sich in den Mannheimer Depots befinden. Mannheim muss aktiv werden, um sie nach Kamerun zurück zu bringen.
Ein aktueller Film handelt vom „Perlenthron“ des Königreichs Bamum, der im Berliner Humboldtforum ausgestellt wird, sowie von der Lücke, die er in Kamerun hinterlassen hat.
