Sklaverei und Sklavenhandel – Forderungen nach Anerkennung und Reparationen stoßen auf Widerstand

Über Jahrhunderte entführten europäische Händler Millionen Menschen aus Afrika und brachten sie zu den Plantagen der „neuen Welt“. Die versklavten Afrikaner:innen erarbeiteten dort gigantische Gewinne, welche die Kapitalbasis für die Industrialisierung Europas und der USA darstellten. Auch deutsche Akteure beteiligten sich an dem Sklavenhandel und profitierten von den transatlantischen Geschäften.

Für die betroffenen Afrikaner:innen bedeutete dies unendliches Leid und die Erfahrung einer gezielten Entmenschlichung. Der Handel mit Versklavten beraubte ungezählte afrikanische Gemeinschaften ihrer Mitglieder und zerstörte großflächig afrikanische Gesellschaften. In den Kolonien Amerikas wurden mit den afrikanischen Versklavten neue völlig entrechtete Bevölkerungsgruppen angesiedelt und damit Systeme rassistisch geprägter Ungleichheiten etabliert. Bis heute prägen diese Auswirkungen die internationalen Machtstrukturen und Beziehungen.

Wie gehen die Profiteure mit ihrer historischen Schuld um?

Am 25. März stimmten die Vertreter:innen von 123 Nationen in der Generalversammlung der Vereinten Nationen für die Anerkennung von Sklaverei und Sklavenhandel als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und für die Leistung von Reparationen.
Gegen die Resolution stimmten Argentinien, Israel und die USA.
Sämtliche europäischen Staaten enthielten sich. Damit verweigern sie nicht nur eine Auseinandersetzung mit der Forderung nach Anerkennung und Reparationen. Sie sind ebensowenig bereit, die aktuellen neokolonialen Handelsbeziehungen umzugestalten, die ihnen und ihren Konzernen und Banken immer noch große Vorteile verschaffen. Mit einem wirksamen Lieferkettengesetz, dem Stopp von Waffenlieferungen in Kriegsgebiete und dem Verzicht auf „grünen Wasserstoff“ aus dem globalen Süden könnten sie sich hin zu einer „Gutmachung“ bewegen.

Das Beitragsbild zeigt die Revolution der Versklavten auf Haiti zur Zeit der französischen Revolution. January Suchodolski, Battle at San Domingo, 1845, wikimedia commons.

Kommentar verfassen