Der koloniale Rohstoff Jute

Sackfabriken und Jutekolonie – Vortrag im Saal der Abendakademie

Jute wird nicht nur für Säcke verarbeitet, sie ist mengenmäßig nach der Baumwolle die wichtigste Naturfaser für die Auto- und Bauindustrie. 10 bis 12 Millionen Kleinbauern leben heute weltweit von ihrer Produktion und Weiterverarbeitung. Unter welchen postkolonialen Bedingungen? Vor 100 Jahren war in Mannheim die „Spinn“ – die „Süddeutsche Juteindustrie“ – ein Ort übelster Ausbeutung. Um 1900 wurde sie als Aktiengesellschaft u. a. durch den Kolonialunternehmer Ferdinand Scipio gründet.

Die über 1000 Beschäftigten waren meist Frauen und Mädchen, die in Italien, Österreich und Ungarn angeworben worden waren. Sie hausten auf engstem Raum im Wohnheim vor der sogenannten Jutekolonie in Sandhofen. Trotz schwieriger sprachlicher Verständigung organisierten diese Arbeiterinnen 1906 und 1921 Streiks für einen effektiven Zehnstundentag und höhere Löhne. Zehn Wochen war die Fabrik lahmgelegt.

Der Vortrag fand statt im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltungsreihe von Rhein-Neckar-Industriekultur e.V., Arbeitskreis Kolonialgeschichte Mannheim und Mannheimer Bündnis für gerechten Welthandel und der Mannheimer Abendakademie.

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